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Premium (Basic), Berlin

ungewöhnlich, ungewöhnlich

Gleich zwei Dinge an diesem Flugzeug fallen sofort ins Auge, beide sind wirklich ungewöhnlich.
Erstens hat das Leitwerk hier nicht die klassische Form die an Aufrecht oder auf dem Kopf stehendes "T" erinnert, sondern es hat eine "V"-Form. Daher nennt man es auch "V-Leitwerk". Es hat eine Fläche weniger, damit natürlich auch einen geringeren Stirnwiderstand. Dafür ist die Ruderansteuerung komplizierter, die Eingaben für Höhen- und Seitenruder werden heir mechanisch "gefaltet", um die jeweiligen Reaktionen zu erzeugen. Allerdings ist gegenüber dem klassischen Leitwerk die Ruderwirksamkeit geringer. Aber was tut man nicht alles für geringeren Widerstand...
Zweitens verfügt das Flugzeug über einen Bremsschirm (übrigens nicht Brems*fall*schirm, einen Fall/Sturz fängt er nicht ab) zur Verkürzung der Landrollstrecke. Segelflugzeuge sind manchmal gezwungen außerhalb normaler Flugflächen zu landen, wenn die Aufwinde nachlassen, bevor die gewünschte Strecke absolviert wurde. Da ist es gut, wenn man auf einer kleinen Wiese zu stehen kommen kann, jeder Meter Rollstrecke mehr verkompliziert die Auswahl einer geeigneten Fläche. Da kommt dann die Stunde des Bremsschirmes, er kann die Landerollstrecke erheblich verkürzen.

Beide technischen Lösungen wurden auf der Suche nach einem möglichst leistungsfähigen Segelflugzeug in den 50iger Jahren bei Schlempp Hirth in die SHK-1 eingebaut, in verbindung der perfektionierten Holzverarbeitung ergab sich eines der leistungsfähigsten Flugzeuge in Holzbauweise. Seine Leistungen konnten erst durch die Nutzung faserverstärkter Kunststoffe übertroffen werden.
Heutzutage werden beie konstruktiven Besonderheiten im Segelflug kaum noch genutzt, der Leistungsgewinn rechtfertigt den Aufwand nicht mehr wirklich.

G-OSHK, SHK-1, auf der Hahnweide in Kirchheim unter Teck 2016

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