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ich bin gestern zum ersten mal ernsthaft los, um die eos 7 zu testen. nachdem ich zum jahreswechsel eine topszene bei den bartmeisen nicht nutzen konnte (keine kamera mit, kam vom einkaufen), hatte ich heute etwa ähnliche bedingungen. schneefall, grauer himmel, wenig wind. was fehlte waren die bartmeisen. klasse.
also habe ich mich am nachmittag mal ins tarnzelt in den garten gesetzt, weil dort die rotdrosseln immer ganz gut unterwegs sind. das hat auch ganz gescheit geklappt und bitte schaut euch die rotdrossel genau an: es sind die einzigen und letzten bilder dieses individuums. es waren zwei rotdrosseln im garten und wühlten im laub, da sehe ich, dass die eine ganz gebannt und starr in den himmel schaut, die andere, verfressen wie sie war, wühlte weiter im laub und das hätte sie lieber nicht tun sollen. ich dachte mir schon, dass jetzt irgendwas passieren wird, konnte nur im zelt nicht sehen, aus welcher richtung und durch wen die gefahr lauert.
und zack, da saß der sperber schon drauf! leider war ich einen meter zu dicht dran! deshalb sind die füße und die beute nicht mit auf dem bild und so schnell habe ich den konverter nicht aus der einheit bekommen, da war er schon wieder weg. das hätte ich eigentlich vorher machen müssen, als ich den starren blick der einen rotdrossel sah. nur: wer riskiert sowas! dann kommt es nämlich wie es kommen muß: du hast das gehäuse gerade von der optik und dann kracht es auch schon auf der bühne. sowas nennt man murphy! die szene war vielleicht 8 oder 9 meter weg! schade, ohne konverter wäre mehr drin gewesen. im grunde kann ich jedes der beiden einzelbilder in die tonne kloppen. man müßte die optikhersteller wirklich mal verklagen, weil sie immer noch kein telezoom bauen. denke da so an ein 400-600/4.0 oder ähnliche werte. das würde völlig reichen, um eventuell den ausschnitt geringfügig anpassen zu können, sollte man mal zu dicht dran sitzen. scheißdreck!!!
ACHTUNG: DIES IST EINE MONTAGE! das obere bild endet im original etwa am oberen ende der rotdrossel.
Die Montage gibt einen Eindruck was für ein hammerstarkes Bild das geworden wäre, alle die eine solche Situation erlebt haben, wissen wie du dich danach gefühlt hast, ich leider auch. Hattest du soviel Licht oder hast du mittels Blitz aufgehellt ? Dem Bild fehlt es etwas an Tiefe. Aber auch so, ein sehenswertes , eindrückliches Foto.
danke für eure bemerkungen. nehme es zum anlass gleich mal ein paar fragen zu beantworten:
das bild oben ist geblitzt, das untere nicht. beide wurden im raw über den weißabgleich und helligkeit angepasst, weil es sonst vom farbton her nicht gestimmt hätte. blitz auf -1 mit betterbeamer, das obere bild hat 1/40 bei iso 320, das untere 1/80 bei iso 320. das liegt am hochen schneeanteil des unteren bildes (den man jetzt nicht mehr sieht). bleide bl 6,3, also fast offenblende, deshalb die etwas fehlende tiefe. ich will mit den iso aber nicht so hoch und bei den belichtungszeiten an der eos 7 wundert mich es sowieso, dass es noch halbwegs scharf ist. beim unteren bild wurde einfach der nutzbare anteil markiert, weiche kante (fast alles was geht!) und dann ineinander geschoben. tonwertkorrektur, ganz leicht tiefen/lichter, leicht nachschärfen, kein entrauschen. das war´s.
das sigma kommt für mich nicht in frage. von den zahlenwerten her klingt es beeindruckend. aber die spreizung des brennweitenbereiches läßt mich in den brennweitenregionen etwas zweifeln, dass das technisch so zu lösen wäre, dass man zu gescheiten bildern kommen kann. wenn überhaupt eine variolinse, dann bestenfalls im bereich 1,5fach. und dann hat es keinen stabi, der usm (hsm) ist auch nicht so flott wie beim canon 600/4.0. ohne stabi hätt ich das bild gar nicht bekommen. nutzen? null!
trotzdem: ich ärger mich einen wolf! so eine scheiße, denn die bilder werd ich wohl wegschmeißen. ein sitzbild vom sperber mit angeschnittenen beinen - was soll das? ich hätte aufgrund der verhaltensbeobachtung einfach eher reagieren müssen und den 1,4 tk rausnehmen. hatte es ja richtig vorhergesehen, obwohl ich im zelt nichts gesehen habe. so ganz unschuldig bin ich also nicht.
Hallo Volker, ärgere dich nicht weiter, wäre , wenn, würde
hilft auch nicht weiter, ist uns allen doch auch schon passiert ( und nicht nur einmal ) Du hast ja noch erstaunliches aus den fotos rausgebracht, und wer weiss wann sich wieder eine Gelegenheit ergibt.
Gruss Piitsch
peter: jedes nicht gemachte bild aus einer gesehen gelegenheit erhöht die frustrationstoleranz :-) denn naturfotografie ist die lose aneinanderreihung von niederlagen und verpassten chancen.
Hallo Volke!
Mir ist es vor zwei Wochen ähnlich gegangen.
Ich sehe etwa fünzig Meter entfernt einen grauen Vogel ins Gebüsch krachen und plötzlich flüchten alle Meisen Spatzen etc.
Ich denk mir: "War das vielleicht ein Sperber."
Bleib aber trotzdem sitzen und schaue nicht nach; und nach circa zwei Minuten fliegt der Sperber einen Meter über mir hinweg, ich natürlich vollkommen unvorbereitet :-(
Und diesen Dienstag bleibt ein Sperber (bei besten Lichtverhältnissen) zwei Meter über mir in der Luft stehen und wartet 15 Sekunden, dann fliegt er weg. Ich hatte natürlich keine Kamera mit.
Dafür habe ich gestern meinen ersten Eisvogel gesehen :-)
Für die Belichtungszeiten doch noch recht gut, obwohl Du noch etwas unterbelichten hättest können.
Auf jeden Fall bist Du uns in einem voraus: Du hast die ganze Szene gesehen... und die wahren Abentheuer sind im Kopf.
Ich wünsche Dir auch die zweite Chance: immer schön die Drosseln mit Äpfel anfüttern. Der Sperber merkt sich solche Futterstellen ja auch!
Hallo Volker,
Wenn du weiterhin Tiere fotografieren möchtest, musst du eins wissen: Frust und Misserfolg gehören einfach dazu! Ich weiss gar nicht mehr, wieviele Chancen ich da draussen "verbockt" habe, oder noch schlimmer: wie oft ich wegen der Neugier anderen Menschen kein gutes Bild machen konnte!
Ich würde vom Kauf eines Telezooms abraten: die Bildqualität bleibt bei solchen Objektiven meistens auf der Strecke (-> mehr Linsen).
Die "Halbbilder" des Sperbers würde ich behalten: die Montage sieht man nicht und du hast von der Datenmenge ein besseres/hochaufgelöstes Bild ;-)
Volker,
da hast Du einen wirklich beeindruckenden Moment festgehalten. Ähnliche Situationen konnte ich schon mit dem Turmfalken in den Ebereschen beoabchten, hatte allerdings zu diesem Zeitpunkt noch keine geeignete Optik. Vormotlich ist das einzigste Objektiv das deinen Wünschen entspricht das Sigma 200-500 f/2,8 EX DG HSM. Aber der Preis von immer noch stolzen 13 000€ dieser Monsteroptik ist in meinen Augen durch nichts zu rechtfertigen. Zu Deiner Beschreibung der Situation kann ich nur sagen TOP!!! Leider vermisse ich das hier. Die meisten Fotografen schreiben nur einen langweiligen titel unter ihr bild und beschreiben weder die Situation noch wie Die Aufnahme entstanden ist.
Liebe Grüße
Julian