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Ein Bürgermeister heizt den Sprachenstreit in der Gemeinde der Fourons an VonRobKieffer
Als der Mann mit einem knappen „goeden dag" ins Cafe „Le Pegase" eintritt, verstummen die Gespräche am Tresen, die Billardspieler legen die Stöcke nieder, der Wirt und seine Frau blicken sich verstohlen an. Man spürt: der Gast, ein Steuerprüfer der flämischen Provinzverwaltung, ist in dieser von Wallonen frequentierten Kneipe in Fouron-Saint-Pierre/Sint-Pieters Voeren alles andere als willkommen. Der Beamte scheint solch eisigen Empfang gewohnt zu sein, unbeirrt rückt er seine Krawatte zurecht und läßt sich vom Wirt zu dem Glücksspielautomaten und dem Tischfußballgerät führen, wo er die steuerpflichtigen Einnahmen notiert. Die Zungen lösen sich erst wieder, als der Flame die Wirtsstube verlassen hat. Die Wirtin zischt hinter ihm drein: „In den flämischen Gaststätten drückt er immer ein Auge zu. Uns aber schikaniert er!" Böse Worte gelten dem „sturen und fanatischen Flaminganten".
Die Szene ist typisch für die Stimmung in dieser Gegend. Nirgendwo sonst in Belgien hat der Sprachenstreit zwischen Flamen und Wallonen zu so haßerfüllten und innenpolitisch brisanten Fehden geführt wie hier in der Gemeinde der Fourons (flämisch: Voeren), einer Ansammlung von sechs Dörfern auf knapp 40 000 Quadratkilometern zwischen Lüttich und dem holländischen Maastricht. Dieses „Stachelschwein im Garten der belgischen Politik", wie es der frühere Premierminister Gaston Eyskens genannt hat, versetzt den Landesvätern noch immer schmerzhafte Stiche. In diesen Tagen scheinen die Stacheln wieder einmal besonders spitz. Im Mittelpunkt verschärfter Auseinandersetzungen steht Jose Happart, seit 1982 Bürgermeister der Gemeinde, für die Wallonen ein „Volksheld", für die Flamen ein „Terrorist".
Bis in die sechziger Jahre waren die Fourons, damals noch zur französischsprachigen Provinz Lüttich gehörend, in ihrer dörflichen Abgeschie^ denheit ein friedliches Fleckchen; die etwa 4000 Einwohner, Flamen und Wallonen, hegten nicht gerade brüderliche Sympathien füreinander, kamen aber miteinander aus. 1963 wurde der Frieden nachhaltig gestört, ausgerechnet durch eine politische „Flurbereinigung", mit der die belgische Regierung, der Sprachenquerelen im Königreich überdrüssig, die Hitzköpfe in den beiden Bevölkerungsgruppen des Landes ein für allemal unter Kontrolle zu bringen gedachte: Fortan nämlich verlief die Grenze zwischen Wallonien und Flandern wie mit dem Lineal gezogen; im nördlichen Flandern wurde das Niederländische zur Landessprache erklärt, im südlichen Wallonien das Französische, und für die Hauptstadt Brüssel tüftelte man einen komplizierten Zwei-Sprachen-Status aus. Mit diesem Kuhhandel wurde auch über das Schicksal der Fpurons entschieden: Die sechs Dörfer wurden der Province de Liege entrissen und der flämischen Provinz Limburg einverleibt mit der Folge, daß sich die wallonische (Zweidrittel-)Mehrheit von nun an einer flämischen Verwaltung fügen mußte.
Die Fourons kamen nicht mehr zur Ruhe. Flaggte man hier den „gallischen Hahn", zog man dort den „flämischen Löwen" auf. Über den Piratensender Radio Fouron forderten die Frankophonen verbissen ein „Retour ä Liege", ein Zurück zur wallonischen Provinz Lüttich. Die Flamen, froh darüber, nun in verwaltungstechnischen Fragen das Sagen zu haben, triumphierten ihrerseits
Sehr schöner Bilschnitt das Auge wird direkt durch dein Foto geleitet...
Der Text ist dazu sehr informativ ...
Ein wunderschönes Frühlingsfoto
LG Carsten und Jeanette
ein wunderschöner Anblick einer sehr schönen Gegend!!
Dieser komische Sprachenstreit will aber gar nicht dazu passen.
Wenn man solche Sachen höre, kann man doch nur mit dem Kopfschütteln, man hat das Gefühl, die Menschen leben noch immer im Mittelalter.
Gruß Gerda
Eine hervorragende mystische Aufnahme zur Geschichte, lieber Luc, wobei mir Deine Arbeit wesentlich besser gefällt als die Geschichte dieser Gegend.
Liebe Grüße sendet Dir Heide
Ein sehr gelungener Bildaufbau...schön mit den weg der sich durch das Bild schlänget und super schön die herrliche Landschaft und natur...auch die berabeitung ist wunderbar gewählt...
Ich wünsche dir ein sonniges Wochenende Luc ...!!!
gglg Katharina
Zum einen finde ich deine Aufnahme wunderschön, denn sie zieht den Betrachter ins Bild. Liest man deine Zeilen dazu, wird man nachdenklich. Wie einfach könnte ein Zusammenleben sein, wenn man nur ein wenig Rücksicht nehmen würde, auch von Staatsseite. Einen interessanten Bericht hast du angeführt.
GLG Sabine
hey, einneues und wunderschönes foto luc, finde die arbeit sehr fein und ausgewogen. glückwunsch. und,schö nwieder ein werk von dir zu entdecken.
heike
Sehr interessant deine Geschichte. Man staunt immer wieder wie dumme Entscheidungen getroffen werden, wo es doch ganz einfach wäre mit ein bisschen Entgegenkommen und Rücksicht.
Dein Bild gefällt mir sehr gut.LG.Gerlinde
Luc, een prachtige foto met het pad op de voorgrond. Dat zorgt voor diepte in de foto. Erg mooi is ook de vage verte in deze foto. Mooie uitgewogen beeldopbouw.
Gr. Ko
Ein schöner Weg fein ins Bild gesetzt und sehr schön der weite Blick ins Land - etwas kompliziert, Deine Erläuterung, dafür umso schöner die Landschaft.
LG Inge
Das ist ein sehr gelungenes und prachtvolles Foto !!!!!
Man schaut gerne länger hin, weil die landschaft ein Traum ist !!!
Mag sowas sehr !!!
LG Gabriele