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Ludwig-Holger Pfahls (M) schuettelt am 12.08.05 nach der Urteilsverkuendung vor dem Landgericht in Augsburg dem Vositzenden Richter Maximilian Hofmeister (l.) die Hand.
Pfahls, der frühere CSU-Politiker und Staatssekretär in der Regierung Kohl soll 1991 für ein Panzergeschäft mit Saudi-Arabien von Schreiber 3,8 Millionen Mark oder umgerechnet knapp zwei Millionen Euro Schmiergeld erhalten und nicht versteuert haben. Pfahls und seine Verteidigung trafen eine Absprache mit dem Gericht: Für ein Geständnis zu Beginn des Prozesses, in dem der 62-jährige Pfahls die Zahlungen des Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber zugegeben hatte, bekam der Angeklagte die Zusage auf eine Höchststrafe von zwei Jahren und drei Monaten und die Möglichkeit einer vorzeitigen Haftentlassung nach Verbüßen der Hälfte der Strafe. Genau so kam es dann auch: Wegen Korruption und Steuerhinterziehung wurde Pfahls zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt.
Zwei Jahre und drei Monate Haft - ein Spruch, der gleich nach der Verkündung auf Kritik stieß: In Absprache mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatte das Gericht ein Strafmaß gewählt, das eine umgehende Freilassung des geständigen Delinquenten ermöglichen würde.
Die 10. Strafkammer des Landgerichts unter ihrem Vorsitzenden Richter Maximilian Hofmeister hat am 30. August entschieden, den Haftbefehl gegen Pfahls aufzuheben. Der Ex-Rüstungsstaatssekretär kann somit am 1. September - gut drei Wochen nach Verhängung des Urteils - das Gefängnis verlassen.
(Quelle: br-online)
Zu diesem Thema ergibt sich eine inhaltliche Beschäftigung, die über das fototechnische hinausgeht. Aber gerade das macht es kurz. Das Bild zeigt nichts als die Typisierung der Beschränktheit des Menschen. Wie beschränkt müssen wir sein, um diesem Mann fast Straffreiheit zu gewähren und andere, wahrlich weniger unmenschliche Taten jahrelang hinter Gitter zu bringen. Man mache sich klar: Der Typ da hat sich eine goldene Nase verdient, pinkelt in noble Klos und durch seine Geschäfte sind viele, viele gestorben oder (wohl leider) zumindest fast. Ich finde das pervers.
Die Beschränktheit des Mannes als solches mal völlig unberücksichtigt.
Sehr guter Titel. Wie die lachen, und wie der Richter sich ergebenst beugt.
Die Millionen wiegen. Das ist klar.
Ein vielsagendes Foto, das ein Preis verdienen würde.
Was mich an diesen beiden Bildern am meisten "bewegt", ist die Servilität von Männern, die eigentlich qua Amt und Aufgabe selbstbewusst und unabhängig sein müssten, gegenüber Vertretern von wirtschaftlicher und politischer Macht. Unerträglich schon vom Habitus.
das der "richter" nicht auf die knie geht und dem die hand küsst konnte wohl gerade noch verhindert werden oder ?? meine fresse was für kriecher haben hier das sagen.
Nachschlag: Trotzdem wäre das rockiger, wenn das echtes schwarzweiss wäre, Markus, nimm Dir doch mal was kleines, analoges mit, schick mir die Filme, ich ziehe die Dinger für Dich ab ;)
herzlichen glückwunsch h.pfahls
die bewährten seilschaften haben sich wieder ausgezahlt.
würde das bild gerne fürs voting vorschlagen...allerdings sehe ich schon die bemerkungen wie "füße abgeschnitten",
"überstrahlt", "der Horizont ist schief"
sollen wir es trotzdem versuchen ??
(es fehlen bilder mit geschichten)
so long guido
Ein Foto, das mehr aussagt, als 200 Zeilen. Vor dem Gesetz sind wir alle gleich, nur manche sind etwas gleicher. Oder verbeugt sich ein Richter vor jedem verurteilten Straftäter so ergibigst.
PS: Das Landgericht Augsburg will Richterstellen abbauen, Vorschläge erbeten!
Hammer, einfach nur Hammer. Was für ein Dokument, welch Spiegel der Gesellschaft. Das Bild sagt so viel aus, bin echt platt. Hab es mal vorgeschlagen.
Danke von Herzen für das Dokument!
Gruß, Peter
Nachsatz/edit: Was wohl der Polizeibeamte da denken wird? Das muß doch für den auch ein Horror sein, wie das Vorbild Richter sich verhält.
Tja, und wieder mal sieht man wie so ein winzig kleiner eingefrorener Augenblick den Blick auf die Hintergründe lenkt. Ich hoffe, das ist ordentlich gedruckt worden. Mir ist das auf jeden Fall noch nicht untergekommen das ein Richter dem Verurteilten so schön freundlich die Hand nach der Urteilsverkündung schüttelt. Höf(l)icher Richter.
Das Bild vermitelt eher den Eindruck, als würde Herr Pfahls für seine Verdienste fürs deutsche Vaterland ausgezeichnet werden. Es fehlen nur noch die Orden und der dicke Briefumschlag..... Aber die Gelder sind ja in unglaublicher Höhe bereits vorher geflossen (von den Schmiergeldern während des Prozesses nicht zu reden!).
Dieser Fall Pfahls zeigt wiedermal die Unfähigkeit der deutschen Justiz, die wahren Schurken für lange, lange Zeit hinter Gitter zu bringen. Mir wurde schlecht, als ich das Urteil gehört habe. Das Foto zeigt diese Unglaublichkeit auf beste Weise.
LG, Sabine
Zitate Volker Pispers:
Nr. 1:
"Verbrechen lohnt sich - wenn man in der richtigen Partei ist"
Nr. 2:
"Wenn Wahlen etwas ändern würden, dann wären sie verboten."
Mit einem freundlichen Augenzwinkern hebe ich mein Weinglas auf den 18.. Uns allen und ganz besonders einer handvoll Damen und Herren sehr zum Wohle.
Voting Center, 3.09.2005 alle 8:42
Dieses Foto wurde für die Galerie vorgeschlagen, aber leider mit 87 pro und 203 contra Stimmen abgelehnt. Vielleicht klappt es das nächste Mal ;-)
ein Bild, was eigentlich sprachlos macht. Es bringt etwas auf den Punkt, das eigentlich jeden sehr nachdenklich machen müsste: Die lächerliche Verbeugung der Justiz vor der Politik. Besser und symptomatischer kann ein Zeitdokument kaum sein. Man beachte alleine die für sich sprechenden Gesichtsausdrücke.
Dies Bild, wie die ganze Serie, bringt beispielhaft die Realität unserer Gesellschaft auf den Punkt. Es würde selbst ohne den Text noch mehr darüber aussagen als mancher Leitartikel. Pro.
Zur Galeriewürdigkeit vielleicht noch, nach dem Lesen der Anmerkung von Mike BurkART (der sicher das "ART" in seinem Namen nicht ohne Anspruch groß schreibt): das Foto steht in der Rubrik "Doku & Reportage". Für diesen Bereich gelten andere Bewertungsmassstäbe als z. B. für Naturfotos. Entweder, man einigt sich darauf, daß diese und ähnliche Rubriken nicht mehr am Voting teilnehmen, oder man votet nach entsprechenden Kriterien, die dem Inhalt mindestens so viel Raum geben wie einer losgelösten "Ästhetik".
Die Begründung warum der Vorschlag gemacht wurde
ist treffender als treffend. Da wundert man sich in unserem Land wenn es andersartige Auswüchse gibt?
pro fürs Foto
Hier fällt mir sogleich das Buch von Gerhard Seyfried "Der schwarze Stern der Tupamaros" ein, das ich momentan lese. Die Rolle der Bundesrepublikanischen Justiz in den 70er Jahren und dieses Bild verdeutlicht auf eindrucksvolle Weise die kontinuierliche "Unabhängigkeit" der Justiz.
nichts gegen die galerie... aber nach der zwanzigsten libelle, dem zwölften Sonnenuntergang und dem fünfzigsten geneateten brustbild sehne ich mich nach 'kopf-futter'
so gerne ich gut fotografierte, ästhetischen bilder habe, manchmal sollte der blick über den tellerrand der fotocommunity gehen
...ich könnte sowas von kotzen...
und in die galerie damit, dass hoffentlich noch
viele mitkotzen...
und ich unterstreiche die ausführung von GERONIMO
-pRo-!
mal ein beispiel dafür, dass ein foto nicht unbedingt, das wiedergibt was wir darauf sehen. Wir sehen lediglich wie sich der Richter während dem Händeschütteln leicht beugt. Woher sollen wir jetzt aber wissen, ob er das nur gegenüber Herrn Pfahls so pflegt? Vielleicht ist es nur eine Angewohnheit des Richters.
Ein nachdenklich machendes Zeitdokument. In der Galerie einer fotocommunity gelten aber andere Regeln, d.h. es darf nur das Bild bewertet werden. Es würde einer politischen Zeitschrift gut zu Gesicht stehen. Losgelöst von der politischen Ausssage, ist es aber formal und ästhetisch nur Durchschnitt. Deshalb Contra.
Markus Benk ist ganz offensichtlich ein Profi, der immer vorne dabei ist. Die ganze Serie "Deutschlandlied" wäre eigentlich reif für eine Ausstellung. Technisch gesehen sind das meistens sicherlich keine besonders raffinierten Fotos, aber wie er im richtigen Moment (professionell halt) den Auslöser drückt, beeindruckt mich als totalen Laien sehr. Dieses Bild hier ist, finde ich, fotografisch eher das "langweiligste" der Reihe, aber inhaltlich ein Kopfschuss: Die unterwürfige Verbeugung des Richters, dass satte Lächeln von Pfahls... und noch immer kein rechtes Licht im Dunkel all der schmierigen Geschäfte unter Kohls Ägide... Hammer.
Selbst wenn es nicht so gut wäre: die fc braucht mehr journalistsche Fotos und Fotografen, schon deshalb PRO
Ich glaube du hast vergessen zu erwähnen, dass Pfahls angegeben hat, von den 3.8 Mio sei nichts mehr übrig. Das Gericht hat ihm das offensichtlich geglaubt. Trotzdem (ggg) ein klares PRO. Der Bückling von dem Richter ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten.
Poli M, heute um 8:43 Uhr
sorry...aber da fragt man sich dann im stillen kämmerlein, was dieses foto im voting zu tun haben soll....CONTRA
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Darum sollte man auch raus auf die Straße gehen, das mit dem Kämmerlein ist das Problem, Poli.
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Wolfgang Schenkel, heute um 8:43 Uhr
Ein nachdenklich machendes Zeitdokument. In der Galerie einer fotocommunity gelten aber andere Regeln, d.h. es darf nur das Bild bewertet werden. Es würde einer politischen Zeitschrift gut zu Gesicht stehen. Losgelöst von der politischen Ausssage, ist es aber formal und ästhetisch nur Durchschnitt
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Wer selber nur Durchschnitt liefert, der sollte hinten anstehen. Hier geht wohl eher 'Inhalt vor Form', wenn nicht klar ist, was damit gemeint ist - QM an mich.
Aber ich denke mal, es geht in der Hauptsache um "Ich bin dagegen", was?
Das Ergebnis des Votings zeigt mal wieder die versammelte Spießigkeit der FC-Voter. Ein Schmiergeldempfänger hält Hof.
Mattias Hamborg hat es auf den Punkt gebracht:
"Zur Galeriewürdigkeit vielleicht noch, nach dem Lesen der Anmerkung von Mike BurkART (der sicher das "ART" in seinem Namen nicht ohne Anspruch groß schreibt): das Foto steht in der Rubrik "Doku & Reportage". Für diesen Bereich gelten andere Bewertungsmassstäbe als z. B. für Naturfotos. Entweder, man einigt sich darauf, daß diese und ähnliche Rubriken nicht mehr am Voting teilnehmen, oder man votet nach entsprechenden Kriterien, die dem Inhalt mindestens so viel Raum geben wie einer losgelösten "Ästhetik". "
@markus: das bild ist ein zeitdokument erster güte! fragen nach schärfe, mittigkeit oder schnitt sind in der libellen- oder tittensektion von brennender relevanz.
frage: wie sieht es in deutschland mit dem einzug von unrechtmässig erworbenem geld aus? war wohl in diesem prozess nie ein thema?
g>th.
Geronimo MZ, 3.09.2005 alle 8:42
ein Bild, was eigentlich sprachlos macht. Es bringt etwas auf den Punkt, das eigentlich jeden sehr nachdenklich machen müsste: Die lächerliche Verbeugung der Justiz vor der Politik. Besser und symptomatischer kann ein Zeitdokument kaum sein. Man beachte alleine die für sich sprechenden Gesichtsausdrücke.